Die meisten Erwachsenen müssten lange darüber nachdenken, wenn sie gefragt werden, wo ihr Impfausweis liegt. Auch in unserer Praxis fragen wir Patienten bei jedem Gesundheitscheck oder beim ersten Besuch nach dem Impfpass, in dem alle Impfungen dokumentiert werden. Passiert nichts Besonderes, sind Impfungen nach dem Kindesalter für viele kein Thema mehr. Dabei wird auch erwachsenen Menschen empfohlen, den eigenen Impfschutz spätestens alle zehn Jahre überprüfen zu lassen.

Vor allem neue Lebensumstände wie Kinderwunsch, chronische Krankheiten oder ein neuer Arbeitsplatz machen es sinnvoll, sich über Impfungen zu informieren – so auch beim Schutz gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR). Besonders Menschen, die im Gesundheitsdienst, in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder in der Betreuung von Personen mit geschwächtem Immunsystem arbeiten, sollten sich mit dem Thema Impfschutz auseinandersetzen.

Dank breit angelegter Impfkampagnen ist die Zahl der Maserntoten weltweit von 873.000 im Jahr 1999 auf 164.000 im Jahr 2008 gesunken. Während Südamerika, Skandinavien, viele Länder in Osteuropa und einige Staaten im Süden Afrikas bereits frei von Masern sind, ist es in Deutschland bisher nicht gelungen, die Masernerkrankung auszurotten. Dabei können die oft banal als „Kinderkrankheiten“ bezeichneten Erkrankungen zum Teil mit schwersten Schädigungen einhergehen, schlimmstenfalls in Form einer tödlichen Folgestörung.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht bei MMR deshalb entsprechende Empfehlungen aus, wer wann und wie oft geimpft werden sollte. Bei diesen Empfehlungen geht es darum, dass Menschen gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden, die nicht dagegen geschützt sind und deshalb sich oder andere anstecken könnten. Masern, Mumps und Röteln werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Je mehr Menschen einen Schutz haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Ansteckungen. Daher rät die STIKO nicht nur Kindern und Jugendlichen zu einem Impfschutz gegen MMR, sondern auch Erwachsenen.

Menschen, die nach 1970 geboren wurden, sollten dann geimpft werden, wenn kein ausreichender Impfschutz vorliegt oder nicht klar ist, ob sie geimpft sind. Bei MMR wird üblicherweise mit einem Kombinationsimpfstoff geimpft, der gegen alle drei Krankheiten schützt: der MMR-Impfstoff.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Die MMR-Impfung gilt als gut verträglich. Durch die Anregung der körpereigenen Abwehr kann es zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen. Auch kurzfristige Allgemeinsymptome wie eine mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden können in den ersten drei Tagen nach der Impfung auftreten. Solche Reaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab. Bei der MMR-Impfung handelt es sich um eine Impfung mit lebenden, abgeschwächten Viren. Bei Schwangeren sowie bei Immunabwehrgeschwächten darf sie deshalb nicht durchgeführt werden.

Bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften treten ein bis vier Wochen nach der Impfung vorübergehend nicht-ansteckende „Impf-Masern“ auf: Dabei kann unter anderem Fieber, verbunden mit einem schwachen, masernähnlichen Hautausschlag, auftreten. Auch die Ohrspeicheldrüse und die Hoden können anschwellen, die Gelenke schmerzen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden länger anhaltende Gelenkentzündungen beobachtet.

Schwere Nebenwirkungen sind jedoch sehr selten. In Einzelfällen wurden allergische Reaktionen beobachtet oder die Zahl der Blutplättchen, die für die Blutgerinnung verantwortlich ist, verringerte sich vorübergehend. Ein Zusammenhang mit Gehirnentzündungen wird in der Öffentlichkeit diskutiert, allerdings gibt es dafür keinerlei Hinweise.

Weitere Infos gibt es in unserer Praxis sowie unter www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene